Wühlmäuse, insbesondere die Feldmaus (Microtus arvalis) und die Schermäuse (Arvicola terrestris), sind kleine Nagetiere, die in Europa weit verbreitet sind. Hier sind einige Informationen zu ihrem Verhalten, Lebensraum, ihrer Vermehrung und ihren natürlichen Feinden:
Verhalten und Lebensraum
• Lebensraum: Wühlmäuse bevorzugen feuchte Gebiete wie Wiesen, Felder, Gärten und Uferzonen. Sie graben komplexe unterirdische Gangsysteme, die als Schutz vor Fressfeinden und zur Nahrungssuche dienen.
• Verhalten: Diese Tiere sind hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von pflanzlicher Kost, einschließlich Wurzeln, Knollen und Rinde, was sie in landwirtschaftlichen Gebieten und Gärten oft zu Schädlingen macht.
Vermehrung
• Fortpflanzung: Wühlmäuse haben eine hohe Reproduktionsrate. Die Fortpflanzungsperiode erstreckt sich gewöhnlich von Mitte März bis Mitte Oktober. Ein Weibchen bringt in einem Jahr in zwei bis vier Würfen durchschnittlich 23 Junge zur Welt. Die Tragzeit beträgt 20–23 Tage, und die Jungen sind nach etwa zwei Monaten geschlechtsreif. Bei optimalen Bedingungen kann die Populationsdichte sehr stark ansteigen, mit zyklischen Massenvermehrungen alle 5 bis 8 Jahre.
Natürliche Feinde
• Fressfeinde: Wühlmäuse stehen auf dem Speiseplan vieler Raubtiere, darunter Greifvögel (wie Eulen und Bussarde), Füchse, Marder, Hermeline und Mauswiesel. Diese natürlichen Feinde spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Wühlmauspopulationen.
Rolle der Streuobstwiesen in ihrer Verbreitung
Streuobstwiesen bieten Wühlmäusen ideale Lebensbedingungen:
• Nahrungsangebot: Die Vielfalt an Obstbäumen und Pflanzen liefert reichlich Nahrung.
• Schutz und Deckung: Hohe Gräser und dichtes Unterholz bieten Schutz vor Fressfeinden.
Dadurch können sich Wühlmäuse in Streuobstwiesen besonders gut vermehren und ausbreiten.
Maßnahmen zur Kontrolle der Wühlmauspopulation in Streuobstwiesen
Um Schäden durch Wühlmäuse in Streuobstwiesen zu minimieren, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
1. Förderung natürlicher Feinde:
• Nistkästen für Greifvögel: Das Anbringen von Nistkästen kann Raubvögel anlocken, die bei der Dezimierung der Wühlmauspopulation helfen.
• Lebensräume für Wiesel schaffen: Steinhaufen oder dichte Hecken bieten Unterschlupf für Mauswiesel und Hermeline, die effektive Jäger von Wühlmäusen sind.
2. Mechanische Maßnahmen:
• Fallenstellen: Der Einsatz von Wühlmausfallen kann effektiv sein. Es gibt verschiedene Fallentypen, wie die Topcat- oder Supercat-Falle, die sich bewährt haben. Dabei ist es wichtig, die Fallen regelmäßig zu kontrollieren und korrekt zu platzieren.
3. Pflanzenschutz:
• Drahtkörbe verwenden: Beim Pflanzen junger Obstbäume können Wurzeln mit Drahtkörben (Maschenweite maximal 20 mm) geschützt werden, um Wühlmausfraß zu verhindern.
4. Vegetationsmanagement:
• Beweidung: Durch Beweidung mit Schafen oder anderen Tieren wird die Vegetation kurz gehalten, wodurch Wühlmäuse weniger Deckung finden und somit anfälliger für Fressfeinde werden.
5. Regelmäßige Kontrolle:
• Gangsysteme überwachen: Durch regelmäßige Inspektion der Wiesen auf Wühlmausaktivität können frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, bevor größere Schäden entstehen.
Es ist wichtig, eine Kombination dieser Maßnahmen anzuwenden und regelmäßig zu überprüfen, um die Wühlmauspopulation effektiv zu kontrollieren und Schäden an Streuobstwiesen zu minimieren.
