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Teil 8 – Auf der Suche nach geheimnisvollen Welten unter unseren Füßen

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Der Himmel war nach dem Regen noch voller schwerer Wolken, doch zwischen ihnen brach bereits wieder die Abendsonne hervor. Hinter dem Haus von Johanns Eltern roch die Erde feucht und warm.

Mitten auf der Wiese lag ein frisch gegrabenes Loch.

Johann stellte vorsichtig den kleinen Baum daneben — den jungen Apfelbaum, den Emma selbst veredelt hatte und ihm vor einigen Wochen geschenkt hatte. Sein Vater hatte ihm geholfen, das Loch auszuheben, und nun saßen Johann und Emma nebeneinander im Gras und schauten hinein.

Im dunklen Boden bewegte sich das Leben.

Regenwürmer kringelten sich langsam im Licht. Weiter oben liefen Asseln hektisch durcheinander und suchten nach einem neuen Versteck. Kleine Ameisen kämpften sich zwischen Grashalmen, welken Blättern und Moos durch die Streuschicht der Wiese.

Johann musste lächeln.

„Ameisen sehen immer so aus“, sagte er, „als wären sie auf geheimer Mission unterwegs.“

Emma lachte leise.

„Stimmt“, sagte sie. „Immer in Eile und immer wichtig.“

Eine Weile beobachteten sie still das geschäftige Leben unter ihren Füßen.

Dann begann Johann zu erzählen.

„Wir waren letzte Woche mit der Schule in einer Ausstellung“, sagte er. „Da ging es um Böden. Und weißt du was? Böden sind unglaublich wichtig.“

Emma hob neugierig die Augenbrauen.

„Natürlich wachsen auf ihnen unsere Lebensmittel“, erklärte Johann. „Aber sie können noch viel mehr. Böden speichern nämlich riesige Mengen CO₂ und helfen dabei, den Klimawandel zu verlangsamen.“

Emma blickte wieder in das Loch hinunter.

„Das vergessen viele Menschen wahrscheinlich.“

Johann nickte ernst.

„Leider ja. Dabei sind die Böden sogar bedroht. Durch starken Regen und Wind wird Erde weggetragen. Pestizide und zu viel Dünger vergiften den Boden. Und manchmal werden ganze Flächen einfach zubetoniert — für Straßen oder Industriegebiete.“

Er nahm vorsichtig eine Handvoll Erde auf.

„Dabei steckt in so einem kleinen bisschen Boden unglaublich viel Leben.“

Die Erde rieselte langsam zwischen seinen Fingern hindurch.

„Unser Lehrer hat gesagt, dass in einem einzigen Esslöffel Erde mehr Lebewesen leben als Menschen auf der ganzen Erde.“

Emma staunte.

„Wirklich?“

„Ja“, sagte Johann begeistert. „Und das Verrückte ist: Viele dieser Lebewesen kennen wir noch gar nicht. Der Boden steckt voller Geheimnisse.“

Er schaute wieder in das Pflanzloch hinunter und stellte sich vor, wie tief unter ihnen ganze unbekannte Welten verborgen lagen.

Dann grinste er.

„Manchmal denke ich“, sagte er, „wenn ich später Forscher werde, fliege ich nicht mit einem Raumschiff zu den Sternen.“

Emma sah ihn neugierig an.

„Sondern?“

„Unter die Erde“, antwortete Johann. „In winzige unterirdische Welten. Dort würde ich neue Lebewesen entdecken und geheime Landschaften erforschen.“

Emma lachte.

„Ein Erdforscher mit einem Untergrund-Raumschiff.“

Johann nickte zufrieden.

„Das würde mir Spaß machen.“

Der Wind strich über die Streuobstwiese, und neben ihnen wartete der kleine Baum darauf, eingepflanzt zu werden — bereit, seine Wurzeln tief in die geheimnisvolle Erde zu schicken.