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Teil 5 – Johann und der geheimnisvolle Laubhaufen.

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Auf der Streuobstwiese stand Johann vor einem großen Haufen aus Laub und Heu. Eine Amsel hatte ihn neugierig gemacht. Der schwarze Vogel hüpfte dicht am Rand des Haufens entlang, schob mit dem Schnabel die Blätter beiseite und pickte immer wieder etwas daraus hervor. „Bestimmt Käfer oder Regenwürmer“, dachte Johann. Er wusste, dass Amseln zu den Singvögeln gehören und früher vor allem im Wald lebten. Heute fühlen sie sich auch in Städten, Dörfern und Gärten wohl. Besonders gern suchen sie dort nach Larven, Käfern und Regenwürmern. „Fast wie die Igel“, murmelte Johann, der Igel war sein Lieblingstier.

Da fiel ihm plötzlich ein Loch mitten im Haufen auf. Es war deutlich größer als die kleinen Spalten zwischen den Blättern. Johann kniff die Augen zusammen. „Hmmm … wer wohnt denn da drin?“

Er erinnerte sich an einen Podcast, den er erst vor Kurzem gehört hatte. Dort war erklärt worden, warum Laub- und Heuhaufen auf Streuobstwiesen und in Gärten so wichtig sind. Beim Zersetzen von Blättern und Gras entsteht Wärme. So ein Haufen ist also nicht nur ein Versteck, sondern gleichzeitig eine warme Unterkunft. „Eine Behausung mit Zentralheizung“, dachte Johann und musste schmunzeln.

Molche, Kröten oder Blindschleichen lieben solche geschützten und warmen Orte, weil sie als wechselwarme Tiere auf Wärme von außen angewiesen sind. Aber für diese kleinen Tiere war das Loch viel zu groß. Johann grübelte weiter.

„Vielleicht ein Kaninchen?“ Doch gleich schüttelte er den Kopf. „Nein, das passt nicht. Außerdem habe ich hier auf der Streuobstwiese noch nie ein Kaninchen gesehen.“

Plötzlich schlug er sich mit der Hand an die Stirn. „Mensch, warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Das ist bestimmt der Eingang zur Speisekammer eines Igels!“

Und sofort entstand in seinem Kopf ein herrliches Bild: Ein kugelrunder Igel lag tief unten im warmen Laubhaufen, satt und zufrieden zwischen Käfern, Larven und Regenwürmern wie in einer Vorratskammer voller Lieblingsleckereien.

Johann musste so laut lachen, dass Emma aufmerksam wurde und herüberkam.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte sie grinsend.

Zwischen zwei Lachanfällen erzählte Johann von seinem Bild des vollgefressenen Igels, der gemütlich im warmen Haufen schläft. Emma prustete sofort los. Eine ganze Weile standen die beiden lachend neben dem Laubhaufen.

Erst danach ging Emma in die Hocke und betrachtete aufmerksam den Boden vor dem Eingang. Neben dem Loch lag ein kleiner Kothaufen.

„Also“, sagte sie nachdenklich, „wie von einem Igel sieht der Kothaufen eigentlich nicht aus.“

„Nicht?“ Johann schaute überrascht.

Emma schüttelte den Kopf. „Ich glaube eher, dass hier ein Mauswiesel unterwegs ist.“

„Ein Mauswiesel?“ Johann hatte den Namen noch nie gehört.

„Das ist ein kleines Raubtier“, erklärte Emma. „Es jagt Mäuse und nutzt solche Haufen gern als Versteck. Zwischen den warmen Blättern finden nämlich nicht nur Käfer und Regenwürmer Schutz, sondern auch viele Mäuse. Und wo Mäuse sind, da ist das Mauswiesel oft nicht weit.“

Johann staunte. Wieder hatte die Streuobstwiese eine neue Geschichte für ihn bereitgehalten.

„Weißt du was?“, sagte Emma lächelnd. „Ich habe diese Woche sogar einen Podcast über Mauswiesel gemacht.“

Da musste Johann grinsen. „Den höre ich mir heute Abend sofort an.“