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Igel – kleine Stachelritter mit großen Ansprüchen 🦔🌿

Wer aufmerksam durch seinen Garten oder eine Grünanlage geht, entdeckt ihn vielleicht: den Igel. Meist wird er erst in der Dämmerung aktiv und ist dann auf der Suche nach Nahrung. Dabei legt ein Igel in einer Nacht durchaus einige Kilometer zurück.

Igel gehören zu den Insektenfressern. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Käfer, Larven, Regenwürmer, Schnecken und andere kleine Tiere. Auch Spinnen und weitere Wirbellose werden gerne gefressen.

Ein naturnaher Garten ist deshalb ein wahres Schlaraffenland für Igel. Wo es verschiedene Pflanzen, Laub, Totholz und unaufgeräumte Ecken gibt, finden sich auch zahlreiche kleine Tiere – und damit die Nahrung, die der Igel braucht.

Ein Igeljahr

Das Leben eines Igels verändert sich im Laufe des Jahres.

Im Frühjahr erwachen die Igel aus ihrem Winterschlaf. Nun heißt es erst einmal: Kräfte sammeln und ordentlich fressen. Die Tiere sind nach dem langen Winter oft sehr hungrig und machen sich auf die Suche nach Insekten und anderen Kleintieren.

Im Sommer beginnt die Paarungszeit. Nach einer Tragzeit von etwa fünf Wochen kommen die jungen Igel zur Welt. Die kleinen Stacheltiere werden zunächst blind und hilflos geboren und bleiben noch einige Zeit bei ihrer Mutter. Später beginnen sie, die Umgebung selbstständig zu erkunden.

Im Herbst wird es für die Igel besonders wichtig, ausreichend Nahrung zu finden. Sie müssen sich eine ausreichende Fettschicht anfressen, denn davon zehren sie während des Winters. Gleichzeitig suchen sie nach einem geeigneten Platz für ihren Winterschlaf.

Im Winter ziehen sich die Igel in ein geschütztes Nest zurück und halten Winterschlaf. Ihr Stoffwechsel fährt dabei stark herunter, Körpertemperatur und Herzschlag sinken deutlich. So können sie die nahrungsarme Zeit überstehen.

Ein sicherer Platz für den Winterschlaf 🦔🍂

Für ihren Winterschlaf brauchen Igel einen geschützten und möglichst ungestörten Platz. Ein Haufen aus Laub, Reisig und Ästen kann dafür bereits ein wunderbares Quartier sein.

Auch ein Igelhaus kann einen geeigneten Rückzugsort bieten. Wichtig ist vor allem, dass der Platz ruhig liegt und nicht ständig gestört wird.

Genau deshalb haben wir im Rahmen unseres Urban-Neighbor-Projektes ein Igelhaus zwischen den Wohnhäusern aufgestellt. Eine Anwohnerin hatte dort bereits mehrfach Igel beobachtet. Nun hoffen wir, dass die kleinen Stachelritter das neue Quartier entdecken und es als sicheren Platz für ihren Winterschlaf nutzen.

Was können wir für Igel tun?

Eigentlich braucht es gar nicht viel, um einen Garten oder eine Grünfläche igelfreundlicher zu machen. Viel wichtiger als ein perfekt gepflegter Garten sind naturnahe Strukturen und ein bisschen Mut zur Unordnung.

🌿 Laub liegen lassen: Unter Laub finden Igel Nahrung und Baumaterial für ihre Nester.

🪵 Totholz und Reisighaufen anbieten: Sie schaffen Verstecke und sind gleichzeitig Lebensraum für viele Insekten.

🌸 Heimische Pflanzen setzen: Eine vielfältige Pflanzenwelt lockt Insekten an und schafft damit eine wichtige Nahrungsgrundlage.

🌳 Hecken und Sträucher erhalten: Sie bieten Schutz, Nahrung und Versteckmöglichkeiten.

🍂 Nicht jede Ecke aufräumen: Ein wenig Wildnis ist für die Natur ausgesprochen wertvoll.

🚧 Durchgänge ermöglichen: Igel sind auf ihren nächtlichen Streifzügen unterwegs. Zäune und Mauern können dabei zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Kleine Durchgänge helfen ihnen, von einem Lebensraum zum nächsten zu gelangen.

⚠️ Vorsicht bei Gartenarbeiten: Besonders unter Laub- und Reisighaufen können sich Igel verstecken. Auch beim Mähen oder bei anderen Arbeiten im Garten ist Aufmerksamkeit wichtig.

💧 Eine flache Schale mit Wasser: Gerade an warmen und trockenen Tagen kann eine zugängliche Wasserstelle hilfreich sein.

Dabei gilt: Ein naturnaher Lebensraum ist die beste Unterstützung. Denn wenn Igel ausreichend Nahrung, Verstecke und sichere Rückzugsorte finden, können sie sich weitgehend selbst versorgen.

Kleine Stachelritter brauchen unsere Hilfe

Der Igel zeigt uns, wie wichtig naturnahe Lebensräume direkt vor unserer Haustür sind. Es muss nicht immer eine große Naturschutzfläche sein. Auch ein Garten, eine Hecke, ein Laubhaufen oder eine kleine Blühfläche können einen Unterschied machen.

Vielleicht entdecken wir deshalb die nächste „unordentliche Ecke“ nicht als etwas, das noch aufgeräumt werden muss, sondern als wertvollen Lebensraum. 🌿

Und wenn wir abends einen Igel durch den Garten oder über eine Grünfläche rascheln sehen, können wir uns einfach freuen, dass er hier einen Platz gefunden hat. 🦔❤️