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Die Vögel im Apfelbaum

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Lausche der Geschichte.

Ein neuer Morgen bricht an. Die Sonne schickt goldene Strahlen über die Streuobstwiese, und der alte Apfelbaum ist voller Leben. Tim, Maggie und Exi breiten ihre Decke darunter aus.

Noch bevor sie sich hinsetzen können, erklingt ein fröhliches Zwitschern aus den Zweigen.

Exi springt auf. „Habt ihr das gehört? Das sind bestimmt geheime Funksprüche! Vielleicht ruft mich mein Raumschiff!“

Maggie muß lachen. „Nein, Exi. Das sind Vögel.“

„Vögel?“, fragt das Wesen mit dem Sternkopf und reckt ihre langen Arme in die Äste. „Wo sind sie? Ich sehe nur Blätter!“

In diesem Moment flattert eine Amsel aus der Krone und landet ganz in der Nähe. Sie trippelt über das Gras, pickt nach einem Regenwurm und singt dabei ein melodisches „Tschilp-tschirrr“.

Tim zeigt begeistert. „Da – das ist eine Amsel. Sie singt, um ihr Revier zu markieren oder andere Vögel zu rufen.“

Exi legt den Kopf schief. „Also sind es doch Funksprüche! Nur nicht ins All, sondern hier auf der Wiese.“

Die Kinder lachen. „So ähnlich“, meint Maggie. „Jeder Vogel hat seinen eigenen Gesang. Es ist, als ob sie alle ihre Namen singen.“

Plötzlich rauscht es in den Zweigen, und ein kleiner Schwarm Spatzen flattert auf. Sie zwitschern so durcheinander, dass es klingt, als würden sie streiten.

„Was machen die da?“, fragte Exi neugierig.

„Die Spatzen suchen Futter“, erklärt Tim. „Sie picken Samen und Körner. Und sie wohnen oft in Hecken. Andere Vögel leben auch gerne in kleinen Löchern im Baum oder in Nistkästen.“

Exi sieht zum Apfelbaum hinauf. „Also sind die Bäume hier nicht nur Häuser für Blätter und Blüten, sondern auch für Vögel?“

„Ganz genau!“, ruft Maggie begeistert. „In alten Obstbäumen nisten viele Vögel. Manche bauen ihr Nest aus Zweigen, andere polstern es weich mit Federn und Moos.“

Exi seufzt entzückt. „Das ist wie ein großes Wohnhaus mit Musik – für Tiere.“

Gerade da flattert ein bunter Stieglitz vorbei. Seine roten und gelben Federn leuchten in der Sonne. Er setzt sich kurz auf einen Ast, singt ein paar helle Töne und fliegt dann weiter.

Exi klatscht in die Hände. „Euer Himmel ist voller fliegender Musiker! Bei uns im All gibt es nur das Schweigen der Sterne.“

Tim lächelt. „Darum ist die Streuobstwiese für uns so besonders. Hier kann man man die Natur singen hören.“

Sie setzen sich alle drei ins Gras, lauschen dem Chor der Vögel und spüren, die lebendige Streuobstwiese um sich herum – voller Summen, Zwitschern und Geschichten.

Und Exi denkt: Vielleicht ist dies der schönste Radiosender des ganzen Universums.