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Die Bienen und die Blüten

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Lausche der Geschichte.

Ein paar Tage nach der ersten Begegnung liegen Tim, Maggie und Exi wieder auf ihrer bunten Decke unter dem Apfelbaum. Der Frühsommer hat die Wiese noch bunter gemacht. Überall blühen weiße und rosa Apfelblüten, und die Luft ist erfüllt von einem leisen Summen.

Exi setzt sich auf und legt den Kopf schief. „Was ist das für ein Geräusch? Es klingt wie tausend kleine Raumschiffe, die alle durcheinanderreden!“

Maggie lacht. „Das sind keine Raumschiffe. Das sind Bienen!“

„Bienen?“, wiederholt Exi. „Kommen die auch aus dem Weltall?“

Tim schüttelt den Kopf. „Nein, sie gehören hierher. Sie sind winzige Insekten, die Blüten besuchen.“ Er zeigt auf eine Biene, die gerade auf einer Apfelblüte landet. „Schau, sie steckt ihren Kopf tief in die Blüte. Dort sammelt sie süßen Nektar.“

Exi beugt sich ganz nah über die Blüte, sodass ihre langen Arme fast im Gras versinken. „Und warum brummt sie so laut?“

„Das ist ihr Fluggeräusch“, erklärt Maggie. „Ihre Flügel schlagen so schnell, dass man nur ein Summen hört.“

Tim nimmt einen kleinen Zweig und zeichnet in die Erde. „Bienen sind nicht nur Sammler. Sie tragen dabei auch Pollen von Blüte zu Blüte. So können aus den Blüten Früchte werden. Ohne Bienen gäbe es keine Äpfel, Birnen oder Kirschen.“

Exi reist die Augen auf. „Also sind diese kleinen Summwesen galaktische Zauberer? Sie machen aus Blüten Früchte?“

„Ganz genau!“, ruft Maggie begeistert. „Und nicht nur für uns Menschen sind sie wichtig. Viele Tiere leben von der Arbeit der Bienen.“

Exi legt ihre pinkfarbenen Finger vorsichtig um eine Blüte. „Das ist unglaublich. Bei uns im All gibt es keine Bienen. Vielleicht sollte ich ein paar mitnehmen?“

Tim schüttelt heftig den Kopf. „Nein, die gehören hierher. Sie brauchen die Wiesen und die Blüten. Aber weißt du was? Du darfst ihnen zuhören.“

Neugierig beugt sich Exi über die Apfelblüte. Ganz still lauscht sie dem Summen, das wie ein Lied klingt. Nach einer Weile sagte sie leise: „Es klingt wirklich wie Musik. Als würden die Bienen die Erde besingen.“

Maggie nickt. „Und wir müssen gut aufpassen, dass es ihnen gut geht. Wenn es keine Wiesen voller Blumen mehr gäbe, hätten die Bienen nichts zu essen. Und ohne sie hätten wir keine Früchte.“

Exi richtet sich auf, die Arme weit ausgebreitet wie ein Stern. „Dann verspreche ich: Ich helfe euch, auf diese Wiese zu achten. Damit die Bienen noch lange summen und die Blüten in Früchte verwandeln.“

Die drei Freunde schauen zu, wie eine Biene von einer Blüte zur nächsten fliegt. Und während die Sonne über der Streuobstwiese strahlt, fühlt es sich so an, als ob selbst das Summen der Bienen eine kleine Botschaft flüsterte: „Passt auf uns auf – dann schenken wir euch Früchte und Leben.“