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Alte Sorten für jeden Garten

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Alte Obstsorten sind ein wertvoller Teil unserer Kulturlandschaft. Viele von ihnen zeichnen sich durch einen besonderen Geschmack, eine gute Anpassung an regionale Bedingungen oder eine lange Tradition aus. Sorten wie der Kaiser Wilhelm, Stina Lohmann oder Ingrid Marie sind Beispiele für Apfelsorten, die früher weit verbreitet waren und heute wieder stärker in den Fokus rücken.

In unserem Projekt vermehren wir solche alten und besonderen Obstsorten durch Veredelung. Unser Ziel ist es, diese Sorten zu erhalten, bekannter zu machen und möglichst vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, sie im eigenen Garten zu pflanzen.

Streuobstbäume – wichtig für Landschaft und Natur

Im letzten Jahr haben wir vor allem auf stark wachsende Unterlagen veredelt. Daraus entstehen große, langlebige Obstbäume, wie sie typisch für Streuobstwiesen sind. Solche Bäume prägen unsere Kulturlandschaft, bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten und können über viele Jahrzehnte Früchte tragen.

Eine häufig verwendete Unterlage dafür ist der Bitterfelder Sämling. Sie sorgt dafür, dass ein kräftiger, hoch wachsender Baum entsteht – ideal für Streuobstwiesen oder große Gärten.

Alte Sorten auch für kleine Gärten

Im vergangenen Jahr haben wir jedoch festgestellt, dass viele Interessierte großen Respekt vor solchen Bäumen haben. Besonders Menschen mit kleineren Gärten oder Reihenhausgrundstücken wünschen sich eher kompakte Obstbäume. Auch für größere Terrassen oder sogar Balkone gibt es heute Möglichkeiten, Obst anzubauen.

Deshalb möchten wir künftig verstärkt auch kleinere Obstbäume mit alten Sorten anbieten.

Wie entsteht eigentlich ein Obstbaum?

Viele wissen gar nicht, dass ein Obstbaum eigentlich aus zwei verschiedenen Pflanzen besteht.

Der untere Teil des Baumes wird Unterlage genannt. Sie bestimmt vor allem:

  • wie stark der Baum wächst
  • wie groß er später wird
  • wann er beginnt Früchte zu tragen

Der obere Teil ist die Veredelung (Edelreis). Sie bestimmt, welche Obstsorte später am Baum wächst und geerntet werden kann.

So kann zum Beispiel die Apfelsorte Kaiser Wilhelm sowohl zu einem großen Streuobstbaum als auch zu einem deutlich kleineren Gartenbaum heranwachsen – je nachdem, auf welche Unterlage sie veredelt wird.

Kleine Bäume durch schwach wachsende Unterlagen

Für kleinere Gärten eignen sich schwächer wachsende Unterlagen. Eine bekannte Unterlage ist zum Beispiel M26. Sie sorgt dafür, dass Apfelbäume deutlich kompakter bleiben und früher Früchte tragen.

Damit können auch Menschen mit:

  • kleinen Gärten
  • Reihenhausgrundstücken
  • oder größeren Balkonen

alte Obstsorten pflanzen und genießen.

Unser Ziel

Wir möchten alte Obstsorten nicht nur auf Streuobstwiesen erhalten, sondern sie auch in möglichst viele Gärten zurückbringen. Denn jede gepflanzte alte Sorte trägt dazu bei, unsere Vielfalt an Obstsorten lebendig zu halten.

Ob großer Streuobstbaum oder kleiner Gartenbaum – für beide gibt es passende Lösungen. Und vielleicht wächst bald auch in Ihrem Garten eine alte Sorte, die schon unsere Großeltern kannten.